Ein schwerer Wintersturm wütete an diesem Wochenende im Osten der USA, brach Temperaturrekorde und stellte die neue Regierung des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani auf die Probe. Während die Stadt größere Störungen weitgehend vermied, forderte der Sturm mindestens sieben Todesopfer, darunter einen Obdachlosen, der in Queens erfror.

Schnelle Reaktion und sichtbare Führung

Bürgermeister Mamdani reagierte schnell und entsandte Reinigungsteams, die den ganzen Tag über die Straßen salzten und pflügten. Das Ministerium für Abwasserentsorgung berichtete, dass jede von der Stadt kontrollierte Straße mindestens zweimal gepflügt wurde, wobei Dutzende Millionen Pfund Salz über die fünf Bezirke verteilt wurden. Auch bei der öffentlichen Kommunikation verfolgte der Bürgermeister einen ungewöhnlich proaktiven Ansatz, indem er regelmäßig Updates in den sozialen Medien veröffentlichte und in mehreren Nachrichtensendungen auftrat. Er scherzte sogar zu den Schülern, dass sie ihn gerne mit Schneebällen bewerfen könnten, wenn sie am Montag mit dem Fernunterricht unzufrieden seien.

Herausforderungen und Aufsicht

Trotz der allgemeinen Vorbereitung offenbarte der Sturm Schwachstellen. Ein tödlicher Brand in der Bronx hat Kommunikationslücken zwischen Rettungsdiensten und Anwohnern deutlich gemacht. Die Sprecherin des Stadtrats, Julie Menin, räumte ein, dass einige Notfallmaßnahmen unzureichend waren, lobte jedoch die wichtigen Mitarbeiter für ihre Bemühungen. Unterdessen beschwerten sich einige Anwohner über langsames Pflügen in bestimmten Gebieten und wiederholten damit frühere Kritik an den Sturmreaktionen des Bürgermeisters.

Historischer Kontext: Stürme als politische Tests

Bürgermeister von New York City werden seit langem an ihrem Umgang mit Winterstürmen gemessen. Frühere Regierungen, von John V. Lindsay im Jahr 1969 bis hin zu Michael Bloomberg im Jahr 2010, standen unter Beobachtung, weil sie die Reaktionen auf den Schneesturm schlecht gehandhabt hatten. Bill de Blasio musste sich dafür entschuldigen, dass er während eines Sturms im Jahr 2014 wohlhabende Viertel unterbewertet hatte. Mamdani war sich dieser Geschichte bewusst, umgab sich mit erfahrenen Technokraten und verteilte präventiv negative Schlagzeilen der Vergangenheit an seine Mitarbeiter.

Proaktives Engagement und politische Optik

Der neue Bürgermeister ging sichtbar vor und schaufelte sogar neben den Bewohnern in Williamsburg, Brooklyn, Schnee. Dieser praktische Stil wurde von einigen gelobt, darunter auch von Kritikern seines Vorgängers Eric Adams. Politische Beobachter stellten die Ähnlichkeit mit den inszenierten Straßenrettungen des ehemaligen Gouverneurs Andrew Cuomo fest.

Todesfälle und Sicherheitsmaßnahmen

Der Sturm forderte mindestens sieben Todesopfer, darunter ein Obdachloser, der erfroren auf einer Parkbank gefunden wurde. Stadtbeamte eröffneten zehn Wärmezentren und brachten 170 Obdachlose in Notunterkünften unter. Gouverneurin Kathy Hochul warnte, dass im Bundesstaat New York die Temperaturrekorde bereits gebrochen seien und die Werte in Watertown auf -34 Grad gesunken seien.

Transport- und Geschäftsauswirkungen

Bei den U-Bahnlinien kam es zu Verspätungen und einige Dienste wurden eingestellt. Bei Metro-North Railroad, Long Island Rail Road und NJ Transit kam es zu Störungen. Trotz des Wetters blieben viele Geschäfte geöffnet, und einige Restaurants in Manhattan verzeichneten einen regen Betrieb.

Das größere Bild

Der Sturm diente Bürgermeister Mamdani als kritischer Frühtest und zwang ihn, schnelle Reaktion, öffentliche Kommunikation und politische Optik in Einklang zu bringen. Der Umgang seiner Regierung mit der Krise lässt auf die Bereitschaft schließen, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und direkt mit den Wählern in Kontakt zu treten. Ob dieser Ansatz langfristig zum Erfolg führen wird, bleibt abzuwarten.