Ein Passagier auf einem American Airlines-Flug musste nach anderen Reisenden in einer First-Class-Toilette aufräumen, was einen breiteren Trend in den Praktiken der US-Fluggesellschaften verdeutlicht. Die Fluggesellschaft stellte dem Passagier Handtücher zur Verfügung, bot ihm jedoch keine Hilfe an und erklärte, dass die Reinigung nicht zu den Pflichten eines Flugbegleiters gehöre. Dieser Vorfall unterstreicht ein systemisches Problem: US-Fluggesellschaften vermeiden es im Allgemeinen, das Kabinenpersonal mit der Reinigung der Toiletten zu beauftragen, während Fluggesellschaften in anderen Regionen häufig höhere Sauberkeitsstandards einhalten.
Die Ökonomie schmutziger Badezimmer
Mehrere Faktoren bestimmen diese Realität. Fluggesellschaften maximieren ihre Gewinne, indem sie mehr Sitzplätze in Flugzeugen unterbringen, den Toilettenraum reduzieren und die Nutzung pro Toilette erhöhen. Kleinere Toiletten verschärfen die Unordnung, da die Passagiere Probleme beim Manövrieren haben und die Gefahr besteht, dass Abfälle verschüttet werden. Darüber hinaus führen Kostensenkungsmaßnahmen häufig zu einer Verringerung der Versorgung mit Toilettenpapier, Seife und Papierhandtüchern an Bord.
Auch die Bodenreinigung spielt eine Rolle; Fluggesellschaften mit minimalen Durchlaufzeiten für die Reinigung können das Problem einfach auf die Passagiere übertragen. Auf Strecken mit häufigen Freizeitreisen, bei denen das Verhalten der Passagiere weniger vorhersehbar ist, kommt es tendenziell zu einem höheren Grad an Toilettenverschmutzung.
Gewerkschaftsverträge und Fluglinienrichtlinien
Die Flugbegleiterverträge von American Airlines befreien das Kabinenpersonal ausdrücklich von Reinigungspflichten, selbst in Drehkreuzstädten. Die Gewerkschaft AFA-CWA schützt ihre Mitglieder vor Aufgaben, die nicht in ihren Vereinbarungen enthalten sind, einschließlich gründlicher Toilettenhygiene. Auch andere US-Fluggesellschaften wie Southwest haben Vereinbarungen getroffen, die die Reinigung von Körperflüssigkeiten ausschließen.
Der Kontrast zu internationalen Fluggesellschaften ist groß. In Japan betrachten Fluggesellschaften wie ANA die Kabinensauberkeit als zentrale Sicherheits- und Serviceverantwortung und veranstalten sogar Wettbewerbe zur Effizienzsteigerung. Emirates beschäftigt inzwischen engagierte Kabinenservice-Assistenten, um die Toilettenhygiene seiner A380 aufrechtzuerhalten.
Das Fazit
Das derzeitige System in den USA beruht darauf, dass die Passagiere die sich verschlechternden Bedingungen tolerieren, anstatt dass die Fluggesellschaften in proaktive Reinigung investieren. Hierbei handelt es sich um ein bewusstes Servicemodell, bei dem die Kosten Vorrang vor dem grundlegenden Passagierkomfort haben. Das Ergebnis: Dreckige Toiletten sind kein Zufall; Sie sind eine direkte Folge der Entscheidung der Fluggesellschaften, keine nutzbaren Gemeinschaftsräume vorzuhalten.


















