Global Airlines, das umstrittene Airline-Startup, hat erneut mit einem eigenartigen Werbegag Aufmerksamkeit erregt. Das Unternehmen veröffentlichte kürzlich Bilder eines Airbus A340 mit dem Aufdruck „Global Airlines“, was zu Spekulationen über eine mögliche Übernahme führte. Die Realität erscheint jedoch weitaus komplexer – und wahrscheinlich weniger substanziell – als es scheint.
Der Kontext: Ein Startup, das auf fragwürdigen Grundlagen aufbaut
Global Airlines hat sich schnell einen Namen für sein unkonventionelles Geschäftsmodell gemacht. Die Fluggesellschaft kündigte ehrgeizige Pläne für den Betrieb von Airbus A380 an, ein Ansatz, den Branchenbeobachter angesichts der hohen Betriebskosten des Flugzeugs und der begrenzten Ressourcen des Unternehmens in Frage stellten.
Im vergangenen Frühjahr führte Global Airlines kurzzeitig vier A380-Flüge mit Passagieren durch, diese wurden jedoch im Rahmen eines Wet-Lease-Vertrags mit Hi Fly durchgeführt, was bedeutete, dass der eigentliche Betrieb von einer anderen Fluggesellschaft abgewickelt wurde. Der A380 befindet sich nun im Langzeitlager und wartet auf teure Wartung, ein Beweis für die Herausforderungen, vor denen dieses Startup steht.
Der A340-Aufkleber: Ein Werbespiel?
Bei der neuesten Entwicklung handelt es sich um einen Airbus A340-300 mit der Registrierung 9H-SUN, der derzeit von Hi Fly betrieben wird. Das Flugzeug trägt jetzt einen „GLOBAL“-Aufkleber entlang seines Rumpfes, den Global Airlines in den sozialen Medien geteilt hat. Dies hat Fragen aufgeworfen: Hat die Fluggesellschaft das Flugzeug tatsächlich erworben?
Die Antwort ist mit ziemlicher Sicherheit nein. Der A340 gehört Hi Fly, einem etablierten Wet-Lease-Anbieter, und der Aufkleber scheint eher eine vorübergehende Markengestaltung als eine vollständige Änderung der Lackierung zu sein. Dies ist für Hi Fly nicht ungewöhnlich, das Flugzeuge bei Bedarf an andere Fluggesellschaften vermietet.
Was ist der Sinn?
Der A340 ist kürzlich in die Antarktis geflogen und führt nun Flüge für Surinam Airways zwischen Paramaribo und Amsterdam durch und ersetzt einen am Boden liegenden Großraumjet. Die Beteiligung von Global Airlines scheint sich darauf zu beschränken, Hi Fly für die Platzierung des Aufklebers zu bezahlen, was wahrscheinlich für Werbung sorgen wird.
Das Unternehmen hat eine Geschichte vager Kommunikation und lebt von Spekulationen. Der CEO kritisiert Fehlinformationen, macht aber gleichzeitig anzügliche Ankündigungen, ohne konkrete Details anzugeben. Der A340-Stunt scheint diesem Muster zu entsprechen.
Der Schritt soll wahrscheinlich dazu dienen, ein gewisses Maß an Sichtbarkeit aufrechtzuerhalten, da Global Airlines über kein eigenes Luftverkehrsbetreiberzeugnis verfügt und bei Flügen ausschließlich auf Partnerschaften angewiesen ist.
Fazit
Global Airlines hat sich das Branding eines Hi Fly Airbus A340 gesichert, es gibt jedoch kaum Hinweise auf eine bedeutende betriebliche Änderung. Der Stunt dient als Werbespiel und ermöglicht es dem Unternehmen, trotz seiner fragwürdigen Geschäftspraktiken im Rampenlicht zu bleiben. Bei der Vereinbarung handelt es sich wahrscheinlich um eine vorübergehende Maßnahme, wobei Hi Fly das Flugzeug weiterhin wie gewohnt betreibt.


















