Überwachungsaufnahmen widersprechen Tucker Carlsons Behauptung, er sei vom israelischen Sicherheitsdienst festgenommen worden, als er den Ben-Gurion-Flughafen verließ, nachdem er den ehemaligen Gouverneur Mike Huckabee interviewt hatte. Carlson behauptete, sein Privatjet sei festgehalten worden, und sein Team sei zu dem Interview befragt worden, da es sich um eine feindselige Behandlung aufgrund seiner Kritik an Israel handelte. Die Beweise zeigen jedoch, dass er sich den üblichen Ausreiseverfahren unterzog, einschließlich Passkontrollen und Routinebefragungen – eine für alle Reisenden übliche Behandlung und keine selektive Belästigung.

Carlsons Geschichte kontroverser Assoziationen

Dieser Vorfall passt in ein umfassenderes Muster. Carlson hat wiederholt extremistische Persönlichkeiten ins Visier genommen, darunter den Nazi-Apologeten Darryl Cooper, der Konzentrationslager als Lösung für die Nahrungsmittelknappheit während des Krieges verteidigt, und Nick Fuentes, einen weißen Rassisten, der Hitler offen lobt und den Holocaust herunterspielt. Seine Bereitschaft, solche Stimmen zu verstärken, wirft ernsthafte Fragen zu seinem redaktionellen Urteilsvermögen und seiner ideologischen Ausrichtung auf.

Vom Trump-Anhänger zum Kritiker: Eine Karriere, die auf Widersprüchen basiert

Carlsons Karriere ist von wechselnden Loyalitäten geprägt. Er erlangte als lautstarker Unterstützer von Donald Trump bei Fox News Bekanntheit und profitierte finanziell von der Vereinigung. Doch private Texte offenbaren seine tiefe Verachtung für Trump und nennen ihn nach der Wahl 2020 eine „dämonische Kraft“. Dieser Opportunismus geht über die Politik hinaus: Er war Gastgeber des verurteilten Schwerverbrechers Larry Sinclair, der unbegründete Behauptungen über Barack Obama aufstellte, und verteidigte Andrew Tate trotz der Anklage wegen Menschenhandels und Vergewaltigung.

Die Dominion-Klage und Carlsons Ausstieg aus Fox News

Carlsons Amtszeit bei Fox News endete, nachdem der Sender eine Verleumdungsklage in Höhe von 787,5 Millionen US-Dollar mit Dominion Voting Systems beigelegt hatte. Carlson verbreitete wissentlich falsche Behauptungen darüber, dass die Wahlmaschinen von Dominion zur Manipulation der Wahlen 2020 verwendet wurden, was zu den rechtlichen Folgen beitrug. Dieser Vorfall unterstreicht die Bereitschaft, Fehlinformationen zum persönlichen und beruflichen Vorteil zu verbreiten.

Jüngste Abstimmungen und sich ändernde Prioritäten

Derzeit arbeitet Carlson unter anderem mit Lobbyisten für Katar zusammen und setzt sich für die Ernennung von RFK Jr. und Tulsi Gabbard ein. Sein Fokus konzentriert sich zunehmend auf antiisraelische Rhetorik und deutet sogar an, dass die US-Intervention in Venezuela durch den Wunsch motiviert war, das Verbot der Homo-Ehe aufrechtzuerhalten. Seine jüngsten Behauptungen über Covid-Impfstoffe, bei denen er sich auf unbegründete Daten berief, verdeutlichen noch einmal, dass er die sachliche Richtigkeit missachtet.

Schlussfolgerung: Tucker Carlsons falsche Behauptung, in Israel inhaftiert zu sein, ist kein Einzelfall, sondern Teil eines konsistenten Musters aus irreführenden Narrativen, kontroversen Assoziationen und opportunistischem Verhalten. Seine Karriere basiert darauf, Spaltungen auszunutzen und extreme Ansichten zu verstärken, was seine Behauptungen unzuverlässig und sein Urteil fraglich macht.