Nach jahrelangen Verzögerungen hat Amtrak endlich seine Acela-Züge der nächsten Generation entlang des stark befahrenen Nordostkorridors eingeführt und damit eine dringend benötigte Modernisierung des US-amerikanischen Bahnverkehrs vorgenommen. Diese neuen Züge, die vom französischen Hersteller Alstom in seinem Werk in Hornell, New York, gebaut wurden, stellen einen bedeutenden Fortschritt für Amtrak dar, das in der Vergangenheit hinter den Bahnbetreibern in Asien und Europa zurückgeblieben ist. Die aufgerüsteten Autos können Geschwindigkeiten von bis zu 160 Meilen pro Stunde erreichen und haben eine um 20 % verbesserte Energieeffizienz.
Erste Eindrücke: Lounge und Boarding
Das Erlebnis beginnt in der Metropolitan Lounge in der New Yorker Moynihan Train Hall. Die Lounge ist für Passagiere der ersten Klasse oder mit einer Tageskarte im Wert von 50 $ (im Vergleich zu 35 $ für andere Amtrak-Lounges) zugänglich und bietet ein friedliches Erlebnis vor der Abreise. Zu den Highlights gehören eine Terrasse mit Blick auf die Halle, kostenlose Speisen und Getränke (z. B. Frühstücksbrötchen, Muffins, La Colombe-Kaffee und sogar Wein) und ein separater Boarding-Zugang für First-Class-Reisende. Allerdings kann das Einsteigen selbst aufgrund der Notwendigkeit, Passagiere mit Mobilitätshilfen unterzubringen, chaotisch sein, wie die Erfahrung des Autors zeigt.
In den NextGen-Autos: Erstklassiges Erlebnis
Die First-Class-Kabinen verfügen über eine 1-2-Sitzkonfiguration mit einem beeindruckenden Sitzabstand von 42 Zoll. Zu den Sitzen gehören Beinstützen, Schiebeverstellungen (wenn auch eingeschränkte Neigung) und integrierte Steckdosen. Während die Sitze derzeit fest sind, wird erwartet, dass sie mit der Nutzung komfortabler werden. Die Kabine ist mit einziehbaren Jalousien, Stauraum über dem Kopf und digitaler Beschilderung ausgestattet. Die Badezimmer wurden durch berührungslose Bedienelemente verbessert, obwohl die Aufrechterhaltung der Sauberkeit eine ständige Herausforderung sein wird.
Gastronomie und Annehmlichkeiten an Bord
Überraschenderweise ist auch auf Kurzstrecken wie New York nach Philadelphia ein Verpflegungsservice verfügbar. Passagiere in der ersten Klasse können zwischen Optionen wie Obst der Saison, Omeletts, Quiches oder Käse- und Obsttellern wählen. Der Café-Wagen an Bord bietet Speisen zum Mitnehmen und warme Mahlzeiten zu angemessenen Preisen (ca. 5 bis 15 US-Dollar). WLAN ist schnell und zuverlässig und ermöglicht eine nahtlose Konnektivität während der gesamten Fahrt. Der Zug erreichte während der Tests eine Geschwindigkeit von 163 Meilen pro Stunde, wobei die Ingenieure eine Geschwindigkeit von 186 Meilen pro Stunde anstrebten, sobald die Infrastrukturmodernisierung abgeschlossen ist.
Business Class: Eine komfortable Alternative
Die Business Class bietet eine 2-zu-2-Sitzanordnung mit einem Sitzabstand von 38 Zoll. Die Sitze ähneln denen der ersten Klasse und verfügen über Schiebeverstellungen, Leselampen und Steckdosen. Für Snacks und Mahlzeiten steht den Fahrgästen der Café-Wagen zur Verfügung. Insgesamt bietet die Business Class eine komfortable und bequeme Option für Reisende, die ein Upgrade von den Standardsitzplätzen wünschen.
Buchung und mögliche Probleme
Derzeit sind nur fünf der 28 geplanten Zuggarnituren im Einsatz, sodass die Buchung eines NextGen-Zuges eine Glückssache ist. Passagiere müssen bei der Buchung gezielt auf das „NextGen“-Label achten, das nur in der Business- oder First-Class verfügbar ist. Die Preise variieren, aber der Autor sicherte sich ein Hin- und Rückflugticket in der Business Class zwischen New York und Philadelphia für 136 US-Dollar. Amtrak behält sich jedoch das Recht vor, Züge ohne Vorankündigung auszutauschen, daher sollten Fahrgäste auf mögliche Auswechslungen vorbereitet sein.
Abschließende Gedanken
Die neuen Acela-Züge stellen eine deutliche Verbesserung des Amtrak-Dienstes dar. Der verbesserte Komfort, die Geschwindigkeit und die Annehmlichkeiten machen Bahnreisen entlang des Nordostkorridors attraktiver denn je. Der Erfolg dieser Züge hängt von kontinuierlichen Infrastrukturinvestitionen und im Idealfall einer günstigeren Preisgestaltung ab. Diese neuen Autos sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber Amtrak muss der Erschwinglichkeit Priorität einräumen, um eine breitere Akzeptanz zu fördern.


















