Die eskalierende Rivalität zwischen den Billigfluggesellschaften Ryanair und Wizz Air hat eine scharfe Wendung genommen, als der CEO von Wizz Air, József Váradi, Michael O’Leary von Ryanair wegen wiederholter abfälliger Bemerkungen über die Zukunft seines Unternehmens direkt zur Rede stellte.

Monate der Reibung

Der Streit begann im September, als O’Leary dem Corriere della Sera sagte, dass Wizz Air „unweigerlich … scheitern oder übernommen werden würde“. Diese Kommentare waren ein wiederkehrendes Thema und veranlassten Váradi, energisch zu reagieren.

Finanzielle Widerlegung

In einem Interview mit der ungarischen Wirtschaftszeitschrift G7 wies Váradi O’Learys Behauptungen zurück und erklärte: „Ich glaube, wir sind seiner Meinung nach mindestens zehnmal bankrott gegangen.“ Váradi hob dann die starke Finanzlage von Wizz Air hervor und behauptete, dass das Unternehmen über Barreserven in Höhe von 2 Milliarden Euro verfüge, was die Liquiditätsquote von Ryanair übersteige.

Warum das wichtig ist

Bei diesem öffentlichen Zusammenstoß handelt es sich nicht nur um Unternehmens-Trash-Talk. Es spiegelt den zunehmenden Wettbewerb auf dem europäischen Low-Cost-Carrier-Markt wider. Beide Fluggesellschaften expandieren aggressiv und O’Learys wiederholte Infragestellung der Rentabilität von Wizz Air ist wahrscheinlich ein strategischer Versuch, das Vertrauen der Investoren zu untergraben und Druck auf das Unternehmen auszuüben. Die Tatsache, dass Wizz Air über beträchtliche Barreserven verfügt, deutet auf eine solide finanzielle Grundlage hin, was O’Learys Narrativ direkt widerspricht.

Der Streit unterstreicht den gnadenlosen Wettbewerbscharakter der Billigflugbranche, in der das Überleben von aggressiver Expansion, Kostenkontrolle und öffentlicher Wahrnehmung abhängt.

Der Konflikt signalisiert, dass der Kampf um Marktanteile zwischen Ryanair und Wizz Air wahrscheinlich hart bleiben wird und beide Seiten bereit sind, sich auf einen öffentlichen Krieg einzulassen, um sich einen Vorteil zu verschaffen.