Eine ausgewählte Anzahl von Fluggesellschaften verfügt mittlerweile über Köche an Bord, was die Frage aufwirft: Ist dies eine echte Verbesserung des Reiseerlebnisses oder einfach eine erstklassige Marketingtaktik? Während die Anwesenheit eines engagierten Kochs den Kochvorgang auf 30.000 Fuß Höhe nicht grundlegend verändert, bedeutet sie doch ein höheres Maß an Investition in die Gesamtqualität des Essensservices.

Welche Fluggesellschaften bieten Bordköche an?

Derzeit bieten nur wenige Fluggesellschaften diesen Service an:

  • Austrian Airlines
  • Garuda Indonesien
  • Saudia Airlines
  • Turkish Airlines

Insbesondere Etihad Airways und Gulf Air stellten zuvor Bordköche vor, stellten das Programm jedoch aufgrund von Kostensenkungsmaßnahmen ein. Der Trend deutet darauf hin, dass es sich dabei um einen Luxusservice handelt, der in Zeiten starker finanzieller Entwicklung häufig Vorrang hat und in Zeiten von Sparmaßnahmen zurückgefahren wird.

Was machen Bordköche eigentlich?

Die Köche an Bord sind kulinarisch ausgebildete Fachkräfte, die sich von normalen Flugbegleitern unterscheiden, aber auch über umfassende Kenntnisse in Sicherheits- und Serviceverfahren verfügen. Sie wechseln in der Regel zwischen der Flugbegleiteruniform bei Start und Landung und der Kochkleidung beim Essensservice. Ihre Aufgaben sind jedoch nicht revolutionär: Sie servieren vor allem Fertiggerichte und wärmen sie manchmal auch auf.

Die Kernfunktion besteht nicht darin, von Grund auf zu kochen. Die meisten Flugmahlzeiten werden aufgewärmt, mit nur geringfügigen Ausnahmen (z. B. frische Rühreier bei einigen Fluggesellschaften). Der Unterschied liegt in der Präsentation und der Liebe zum Detail.

Die Präsentationslücke: überzogen vs. vorportioniert

Der eigentliche Unterschied zwischen Fluggesellschaften mit und ohne Bordköche ist nicht das Essen selbst, sondern wie es serviert wird. Einige Fluggesellschaften erhalten die Mahlzeiten komplett verpflegt und servierfertig (wie EgyptAir ), während andere Zutaten in großen Mengen erhalten und diese einzeln von den Besatzungsmitgliedern anrichten lassen (wie Turkish Airlines ). Dieser Beschichtungsprozess – der von den Köchen an Bord überwacht wird – steigert das kulinarische Erlebnis. Die zusätzlichen Details beim Anrichten und die Möglichkeit einer besseren Erhitzung der Zutaten vor dem Servieren können den Geschmack und die Präsentation verbessern.

Die Anwesenheit eines Kochs an Bord geht oft mit der Verpflichtung zu einer hochwertigeren Verpflegung einher. Dies ist zwar keine Garantie, aber ein starker Indikator für ein erstklassiges kulinarisches Erlebnis an Bord.

Beyond the Chef: Catering als Indikator

Letztendlich investieren Fluggesellschaften mit Köchen an Bord tendenziell umfassender in ihr Soft-Produkt, einschließlich höherwertiger Verpflegung. Dies ist jedoch kein ausschließlicher Zusammenhang: Auch einige Fluggesellschaften ohne Bordköche (wie Cathay Pacific und Lufthansa ) bieten außergewöhnliche kulinarische Erlebnisse.

Die Position des Bordkochs ist größtenteils ein Marketingvorteil, unterstreicht jedoch ein umfassenderes Engagement für den Komfort der Passagiere. Fluggesellschaften, die kulinarischen Service an Bord Priorität einräumen, zeigen ein Engagement für das gesamte Reiseerlebnis, das sie in einem wettbewerbsintensiven Markt hervorheben kann.